Als Nah- und Fernwärme bezeichnet man eine Heizmethode, bei der Wärme in einer zentralen Anlage erzeugt wird. Für die Wärmeerzeugung gibt es verschiedene Technologien. Je nach Ausgestaltung des Anlagenparks handelt es sich meist um moderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen oder Heizkessel. Durch die Verbrennung von zum Beispiel Gas, Biomasse oder Müll, die Nutzung von Geo- bzw. Solarthermie, industrieller Abwärme oder Großwärmepumpen wird Wasser erhitzt.
Über Fernwärmeleitungen wird das heiße Wasser verteilt und zu Gebäuden geliefert. In einer Übergabestation, die im Technikraum des Hauses installiert wird, sorgt ein Wärmetauscher dafür, dass das heiße Wasser aus der Erzeugungsanlage das Wasser des Heizkreislaufes im Haus erhitzt. Anschließend wird das abgekühlte Wasser zurück zur Erzeugungsanlage geleitet. Die Wärmenetze versorgen oft mehrere Häuser, Straßen oder ganze Stadtteile mit Energie. Je nach Größe des Einzugsgebiets unterscheidet man sprachlich in Nahwärme oder Fernwärme.
Für wen eignet sich Fernwärme?
Fernwärme können nur Haushalte beziehen, in deren Kommune ein Wärmenetz vorhanden ist. In städtischen Gebieten ist das häufiger der Fall als in ländlichen Regionen. Da ein Rohrnetz verlegt werden muss und beim Transport des Warmwassers stetig Energie verloren geht, eignen sich Wärmenetze vor allem für dicht besiedelte Regionen. Im Jahr 2023 wurden laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 15 Prozent der Wohnungen in Deutschland mit Fernwärme beheizt. (Text Thüga)