Fragen und Antworten

FAQs

Warum brauchen wir die kommunale Wärmeplanung?

Um den Klimawandel wirksam einzudämmen, hat die Bundesregierung beschlossen, dass Deutschland bis spätestens 2045 klimaneutral werden soll. Ein zentraler Baustein auf diesem Weg ist die Umstellung unserer Wärmeversorgung – denn aktuell entsteht noch ein großer Teil der CO₂-Emissionen durch das Heizen mit Öl oder Gas. Die kommunale Wärmeplanung hilft uns in Frankenthal, die richtigen Schritte zu gehen: Wir analysieren, wie der Wärmebedarf künftig gedeckt werden kann – klimafreundlich, zuverlässig und bezahlbar. Dabei berücksichtigen wir lokale Gegebenheiten, Potenziale für erneuerbare Energien und entwickeln eine Strategie, wie Frankenthal schrittweise unabhängig von fossilen Energien wird.


Was genau ist die kommunale Wärmeplanung?

Die kommunale Wärmeplanung ist eine Art „Fahrplan“ für die klimafreundliche Wärmeversorgung unserer Stadt. Sie zeigt auf, wie der heutige Wärmebedarf gedeckt wird, welche alternativen Energiequellen zur Verfügung stehen und welche Gebiete sich möglicherweise für Fernwärme eignen. Der Plan umfasst vier Schritte:

  1. Bestandsaufnahme der aktuellen Heizsysteme und des Wärmebedarfs
  2. Potenzialanalyse für erneuerbare Energien und Energieeffizienz
  3. Zielszenario mit einer möglichen zukünftigen Versorgungsstruktur
  4. Maßnahmenplan zur schrittweisen Umsetzung – z. B. Ausbaugebiete für Fernwärme

Ziel ist es, für Frankenthal eine langfristige und verlässliche Perspektive zu schaffen – mit Lösungen, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll sind


Ab wann gilt die Wärmeplanung?

Die Stadt Frankenthal ist gesetzlich verpflichtet, bis 30. Juni 2028 einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Wir als Stadtwerk arbeiten bereits einige Zeit intensiv an den Planungen und unterstützen die Stadt mit unserem Wissen, damit möglichst frühzeitig Klarheit und Planungssicherheit für alle entsteht.


Was bedeutet das für mich als Eigentümer oder Mieter?

Die kommunale Wärmeplanung zeigt auf, welche klimafreundlichen Lösungen in Ihrer Nachbarschaft künftig möglich oder besonders sinnvoll sind – zum Beispiel der Anschluss an ein Wärmenetz (Fernwärme) oder der Einsatz einer Wärmepumpe. Sie dient Ihnen als Orientierung, wenn Sie über die Modernisierung Ihrer Heizungsanlage nachdenken oder in ein neues Heizsystem investieren möchten. Wichtig: Niemand muss sofort handeln. Die Planung gibt einen Ausblick, keine Verpflichtung zur direkten Umsetzung. Wenn Sie sich unsicher sind, welche Optionen für Ihr Gebäude in Frage kommen oder welche Fördermöglichkeiten bestehen, können Sie sich gerne an unsere Energieberatung wenden: energieberatung@stw-frankenthal.de


Muss ich meine funktionierende Öl- oder Gasheizung jetzt austauschen?

Nein. Bestehende Heizungen dürfen grundsätzlich weiter genutzt und auch repariert werden. Dies soll so auch nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) so bleiben. 


Gebäudeenergiegesetz (GEG) – Heizungsgesetz – gekippt

Im Koalitionsvertrag wurde festgelegt, dass das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das sogenannte „Heizungsgesetz“, aufgehoben werden soll. Diese Absicht wurde Ende Februar 2026 durch die Veröffentlichung erster Eckpunkte bekräftigt und das bisherige Gesetz damit außer Kraft gesetzt. Geplant ist die Einführung eines neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG). Nach aktuellem Stand soll dieses neue Gesetz am 1. Juli 2026 in Kraft treten. Folgende Eckpunkte wurden bisher bekannt gegeben:

- Der Heizungseigentümer darf entscheiden, welche neue Heizung eingebaut wird, auch eine Gas- oder Ölheizung sind dann möglich.
- Die 65 Prozent Regelung entfällt
- Es wird ein zunehmender Anteil CO2-neutraler Brennstoffe kommen (Biotreppe)
- Eine Grüngasquote wird eingeführt

 

Das Klimaschutzziel, bis 2045 CO₂‑neutral zu sein, bleibt unverändert bestehen, auch für den Gebäudesektor.


Was ist das Wärmeplanungsgesetz des Bundes?

Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet Städte wie Frankenthal, bis spätestens 30. Juni 2028 eine kommunale Wärmeplanung vorzulegen. Darin wird ermittelt, wo in der Stadt zukünftig z.B. Fernwärme ausgebaut wird oder welche anderen klimafreundlichen Lösungen sinnvoll sind. 

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG)wird abgeschafft und gegen das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) ersetzt. Das Gesetz tritt voraussichtlich im Sommer 2026 in Kraft. Nähere Informationen finden Sie an dieser Stelle, sobald das Gesetz konkretisiert wird. 

Was bedeutet das konkret? 
Solange der kommunale Wärmeplan noch nicht veröffentlicht ist, gelten Übergangsregelungen. Sobald die Planung vorliegt, können für bestimmte Gebiete – z.B. künftige Fernwärmeausbaugebiete  klare Vorgaben gemacht werden, welche Heizsysteme dort künftig zulässig oder förderfähig sind. 

Für Sie als Bürgerin oder Bürger bedeutet das: 
Die kommunale Wärmeplanung bringt Planungssicherheit. 


Wie kann ich klimafreundlich heizen?

Folgende Systeme erfüllen die Anforderungen an erneuerbare, klimafreundliche Wärmeversorgung:

  • Fernwärme aus erneuerbaren oder CO₂-armen Quellen
  • Elektrische Wärmepumpen
  • Solarthermie
  • Hybridheizungen (z. B. Gas + Solar oder Wärmepumpe)
  • Biomasseanlagen (z. B. Pelletheizungen, vor allem für Bestandsgebäude)
  • Heizungen mit nachgewiesenem Einsatz erneuerbarer Gase wie Biomethan

Wird der Einbau einer neuen Heizung gefördert?

Ja – es gibt attraktive staatliche Förderprogramme (z. B. über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, BEG), die den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme finanziell unterstützen. Die Verbraucherzentrale sowie die Energieberatung der Stadtwerke Frankenthal helfen Ihnen gerne weiter und prüfen, welche Förderung in Ihrem Fall möglich ist.


Wird mein Gebäude an ein Wärmenetz angeschlossen?

Die Stadtwerke Frankenthal planen aktuell den schrittweisen Aufbau eines Fernwärmenetzes auf Basis erneuerbarer Wärme aus der Kläranlage der BASF. Ziel ist es, möglichst viele Haushalte und Betriebe in Frankenthal zuverlässig, klimafreundlich und bezahlbar mit Wärme zu versorgen.

Im Rahmen unserer eigenen Machbarkeitsstudie haben wir inzwischen zwei Zielgebiete identifiziert, in denen der Ausbau konkret untersucht und vorbereitet wird. Die Planung ist jedoch vorerst unverbindlich. Auf unserer interaktiven Karte können Sie sehen, welche Gebiete dafür in Frage kommen.

Für diese beiden Bereiche prüfen wir derzeit die Machbarkeit und die genaue Trassenplanung. Da es viele offene Fragen gibt, wie zum Beispiel den detaillierten Netzausbau, die Erschließung der Wärmequelle und die Finanzierung, wird es noch etwas dauern, bis wir die konkreten Details und die endgültige Planung nennen können.

 

Wenn Sie in einem der genannten Gebiete wohnen oder Eigentümerin bzw. Eigentümer sind, freuen wir uns über Ihr Interesse an einem möglichen Anschluss.

Jede Interessenbekundung hilft uns im aktuellen Planungsprozess, den Ausbau zielgerichtet und wirtschaftlich sinnvoll zu planen.

  • Nutzen Sie gerne unsere Online-Plattform zur Interessenbekundung, um Ihr Interesse unverbindlich mitzuteilen.

Als Stadtwerke Frankenthal stehen wir Ihnen dabei jederzeit beratend zur Seite – wir gestalten die Wärmewende vor Ort gemeinsam mit Ihnen!


Was kostet ein Anschluss an die Fernwärme?

Die genauen Kosten hängen von vielen Faktoren ab – z. B. der Entfernung zum Hauptleitungsnetz und der baulichen Situation vor Ort. Generell setzen sich die Kosten zusammen aus:

  • Einmaligen Anschlusskosten
  • Monatlichem Grundpreis
  • Verbrauchsabhängigem Arbeitspreis

Die Stadtwerke informieren Sie individuell, sobald ein Anschluss möglich ist – mit einem klaren, verständlichen Preisangebot.


Welche Vorteile bietet mir Fernwärme?

  • Komfort: Keine eigene Heizungsanlage, kein Brennstofflager, nur eine Übergabestation
  • Sicherheit: Versorgung über ein zentrales, wartungsarmes System
  • Planbarkeit: Preissicherheit durch langfristige Verträge
  • Klimaschutz: Nutzung von erneuerbarer Energie oder Abwärme
  • Wertsteigerung: Moderne Heizlösung kann Immobilienwert erhöhen
  • Vereinfachung: Kein eigenes Heizungsmanagement mehr nötig, Minimierung der Wartungskosten

Welche erneuerbaren Energien können für Fernwärme genutzt werden?

  • Abwärme aus Industrie oder Kläranlagen
  • Umweltwärme aus Luft, Abwasser oder Erdreich
  • Solarthermie (Wärme aus Sonnenenergie)
  • Geothermie (Tiefenwärme aus dem Untergrund)
  • Biomasse (z. B. Hackschnitzel, Pellets)
  • Strom (z. B. Wärmepumpen in Kombination mit Ökostrom)

Wir setzen für Frankenthal den Fokus auf die Nutzung der Abwärme aus der BASF-Kläranlage. Die BASF-Kläranlage in Frankenthal ist die größte Industriekläranlage Deutschlands und reinigt jährlich etwa 90 Mio. m³ Produktionsabwässer (plus 20 Mio. m³ kommunale Abwässer) – das entspricht dem Abwasser von etwa drei Millionen Menschen. Dadurch ergibt sich ein enormes Potenzial für Wärmegewinnung. Geplant ist der Einsatz einer Großwärmepumpe mit 50 MW Leistung, die die industrielle Abwärme in Fernwärme umwandelt. Damit könnten rund 18.000 Haushalte in Frankenthal und Ludwigshafen mit klimaneutraler Wärme versorgt werden.


Können viele Wärmepumpen das Stromnetz überlasten?

Ein verstärkter Einsatz strombasierter Heizsysteme stellt neue Anforderungen an unsere Stromnetze. Die Stadtwerke Frankenthal arbeiten bereits heute daran, das Netz für die Zukunft fit zu machen – mit gezielten Investitionen und smarter Netzplanung.


Wo bekomme ich Hilfe und Beratung?

Unser Team der Stadtwerke Frankenthal berät Sie gern zu allen Fragen rund um:

  • den künftigen Anschluss an Fernwärme
  • Heizungsmodernisierung und Fördermittel

Schreiben Sie uns einfach an: energieberatung@stw-frankenthal.de

Auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz oder Ihre Bezirksschornsteinfegerin / Ihr Bezirksschornsteinfeger sind gute Ansprechpartner.


Weitere Informationen zum Wärmenetzausbau für Frankenthal finden Sie auf der Webseite der Stadtwerke Frankenthal.

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